![]() KommunikationspsychologieWie entstehen eigentlich Mißverständnisse?Mit vier Ohren hört der Mensch.... Aktives Zuhören
Lernen, mit Gefühlen umzugehen
Andere überzeugen
Unangenehmes mitteilen
Spontaneität
Ist alles nur Manipulation?
|
Beitrag hören (3:56 min/439 KB) Von Abele bis Zwirner. Gespräche und Musik auf der Uniwelle. Heute zu Gast der Kommunikationspsychologe Christian-Rainer Weisbach, Privat-Dozent an der Uni Tübingen und Buchautor. Guten Tag, Herr Weisbach! Guten Tag! Gerade ist Ihr neues Buch in neuer Auflage erschienen: "Professionelle Gesprächsführung". Was heißt denn Gesprächsführung? Üblicherweise machen wir uns überhaupt nicht klar, daß ein Gespräch zu führen einen Führungsanspruch enthält, einen Anspruch auf Lenken und Zielerreichung und Zielverfolgung. Ob wir miteinander reden, Small Talk betreiben oder ob wir wirklich führen, unterscheidet verschiedene Arten des Dialogs. Wir können uns im folgenden darüber unterhalten, wie man wirklich seine Ziele erreicht und verfolgt, also ein Gespräch führt. Dazu kommen wir gleich. Sie haben in Ihrem Buch mehrere neue Kapitel eingearbeitet und unter anderem haben Sie uns erklärt, daß man nicht nur mit zwei Ohren hört, sondern gar mit vier. Wie denn das? Viele Menschen reagieren standardmäßig nach selben Mustern,
ohne sich darüber Rechenschaft abzulegen, daß man auf jeden
Satz, den man hört, verschieden reagieren kann.
Wie müßte denn der Chef seine Frage so formulieren, daß sie ihn richtig versteht? Wenn er gleich sagt, was sein Ziel ist, könnte sie nicht auf einen falschen Anteil reagieren. Wenn er sich zum Beispiel Gedanken macht, ob die verbleibenden 20 Minuten reichen, die Post rechtzeitig zur Abfertigung zu bringen, sollte er fragen: "Reicht die Zeit noch, daß wir bis 13 Uhr die Post fertig haben?" Dann weiß sie, was er meint. Ich denke, daß ist ja der Punkt, weshalb überhaupt Mißverständnisse entstehen: Weil ich Botschaften anders absende, wie sie dann ankommt. Ich hatte kürzlich im Seminar die Situation, daß sich ein
junger Verkäufer über einen älteren Kollegen beschwerte,
der habe in die Kaffeekasse geguckt und zu ihm, der in 8 Meter Abstand
an der Kaffeemaschine stand, gesagt: "Ist noch Kaffee da?" Dann hat ihm
der junge Kollege einen Becher voll Kaffee gebracht und bekam zur Antwort:
"Ach danke, wär aber nicht nötig gewesen!"
|